Das sind nur wenige der Aussagen, die ich während dem letzten
halben Jahr regelmäßig gehört habe. Und jedes Mal konnte ich eigentlich nur mit
den Schultern zucken. Klar ist es kalt, Reykjavík ist die nördlichste
Hauptstadt der Welt. Natürlich gibt's da was, und lass es "nur"
schneebedeckte Berge (Vulkane), das Meer, bunte Dächer oder auch Schafe und
Pferde sein. Und NEIN, ich will nicht Schäferin werden, weder Schafe züchten,
noch mir einen bärigen Isländer schnappen. :)
Letztendlich konnte ich aber nicht wirklich auf solche Aussagen
etwas antworten. Wie auch? Niemand da, den ich fragen kann. Mein ganzes Wissen
beschränkte sich auf ein paar Bücher und die konnten unterschiedlicher nicht
sein.
Also was solls, theoretisches Wissen aneignen und los gehts! Und
zwar morgens um halb vier!
Da mein Flieger um 6:20 Uhr ab Stuttgart flug, hieß es für mich
und meine Eltern um drei Uhr aufstehen und ab zum Flughafen. Mit dem Kaffee to
go hab ichs sogar geschafft, wach zu bleiben bis dahin. Also einchecken, Koffer
aufgeben, durch die Sicherheitsschleuse (ausnahmsweise mal wieder ohne
Biiiiiieeeeep) und ab ins Flugzeug. Ein letztes Mal Facebook checken, die
letzten guten Wünsche in Empfang nehmen und ab in den Sonnenaufgang.
| 2D oder was?:) |
| CPH Flughafen bei strahlendem Sonnenschein |
| Eyjafjallajökull - 2010 in aller Munde (bei den Isländern wahrscheinlich sogar wörtlich zu nehmen. :) ) |
| Faszinierende Wolkenschichten und -formen über Island |
Der Däne war dann auch so nett und hat mich aufgeklärt,
dass das der Vulkan Eyjafjallajökull war und hat mich auch gleich ans Fenster
sitzen lassen, da er den schon ein paar Mal gesehen hatte. Beeindruckend war
der auf jeden Fall! Allerdings hatte ich mir so einen gewaltigen Vulkan, der
vor 3 Jahren die ganze Welt beschäftigte, irgendwie anders vorgestellt.
Vielleicht nicht schneebedeckt durch das brodelnde Innere? Feuer/Rauch/Aschewolkenspeiend? Nunja, bis ich
fertig gedacht hatte gings auch schon in Landeanflug und der erste
Küstenstreifen kam in Sichtweite. WOW! Oder auch nicht. Küste und Meer trennen
sich ganz klar, die Küste sieht braun und schwarz aus. Als das Flugzeug sinkt
tauchen vereinzelt die ersten Häuser auf. Landung nach 15 Stunden Reisezeit am
Zielort Keflavik Flughafen, Island bei + 6°C und Wind.
Mit dem Shuttlebus geht es zum
Hostel nach Reykjavik. Auf der Fahrt bin ich erstmal ein bisschen enttäuscht.
Das ist ja alles hellbraun, dunkelbraun, mittelbraun, schwarz! Nur am Horizont
zeigen sich schneebedeckte Berge oder auf der anderen Seite das Meer. Selbst
der Himmel ist noch etwas grau. Keine Bäume in Sicht und wenn mal ein Haus
auftaucht, duckt es sich einstöckig auf den Boden. Isoliert mit Wellblech oder
einem rauen Verputz. Alle passend zur Umgebung, grau in grau. Es werfen sich
Fragen auf, was mach ich hier eigentlich? Wenn die Leute DAS wild und rau und
wunderschön nennen, dann weiß ich auch nicht… Geschmacksverirrung?
| die ersten Häuser von Reykjavik |
Äußerlich kaum zu unterscheiden von den grauen Blöcken drum herum.
Da ich zuletzt morgens ein überteuertes Bagel am Kopenhagener Flughafen
gegessen hatte, war mein Loch im Magen dementsprechend groß. Aus diesem Grund
wars nur kurz Koffer nach oben schleppen in mein gebuchtes 4-Bett-Zimmer,
Schuhe wechseln, überflüssiges aus dem Rucksack raus und wieder auf die Straße.
Mit der Karte in der Hand und Empfehlungen der Hostel-Rezeptionistin im
Hinterkopf gings ab zum Stadtzentrum. Immer schön am Meer entlang und die
Aussicht auf Esja genießen.
| der Blick zurück - Esja im Hintergrund |
Vorbei an verschiedenen Kunstobjekten, faszinierender Häuserdifferenzen (modern – ursprünglich) und der Oper von Reykjavik.
| Alt - Modern |
| Die Oper |
| Der Hafen mit Küstenwache und Oper rechts im Bild |
Ziel war ein kleines Lokal direkt am Hafen angesiedelt, dem Meeresbaron (engl. Seabaron) oder auch Sӕgreifinn genannt. Hier wurde mir eine Humarsúpa ans Herz gelegt (stand sogar im Reiseführer), die ich natürlich nicht ausschlagen konnte. Wer vielleicht gut im Raten ist, kann sich vielleicht denken, dass es sich hierbei um eine Hummersuppe handelt. Außerdem gab es verschiedene Fischspieße auszuwählen, bei denen ich mich dann für die Garnelen-Version entschied. Im Angebot war auch Wal, aber da ich noch vorhabe, in meiner Zeit hier, mit dem Boot Wale besichtigen zu gehen, hat sich da mein Gewissen geregt (zumal „was dr Baur net kennt, isstr net“ oder so ähnlich zumindest. ;)). Dennoch konnte ich mich nicht beklagen. An einem originellen Tisch auf blauen Plastiktonnen sitzend aß ich dann die Gerichte und ich kann nur sagen, dieses Mal hatte der Reiseführer (und die Rezeptionistin) Recht. Die Suppe war absolut lecker und hat mir vor Freude sogar ein paar Tränchen in die Augen gedrückt (oder lags doch am Chili?). Der Spieß hat dann gegrillt auch sehr lecker geschmeckt.
| Humarsúpa |
Langsam (so um halb neun) ging
dann auch die Sonne dann mal unter.
Jetzt nur noch zurück ins Hostel und ab ins
Bett. Nach langem Fußmarsch mit ein paar Umwegen kam ich dann sogar relativ munter noch an.
| See am Rathaus |
| Hallgrímskirkja - mein erklärtes Ziel für den nächsten Morgen |
Schnell
noch kurz die vor dem Essen gebuchten Trips bezahlen und ab ins Bett. Schlafen bis
am nächsten Morgen der Wecker klingelt. Es war in Reykjavik zwar erst zehn Uhr,
aber durch die Zeitverschiebung von zwei Stunden und dem langen Tag war ich
doch extrem müde und glücklich in ein Bett zu kommen. Letztes Mal Muskeln
antspannen, ins obere Stockbett klettern, in Schlafsack schlüpfen und weg war
ich.

Ich entschuldige mich übrigens im Namen von Blogspot.de falls irgendwelche Formatierungen komisch erscheinen mögen (Schriftgrößen, Zeilenabstand, Anordnung von Bildern,....). Blogspot.de macht es mir leider nicht einfach zu verstehen, was ich theoretisch falsch mache an Einstellungen, dass sie wie Word seltsame ungewollte Kunststücke vollführen mit meiner Arbeit. :(
AntwortenLöschendu machst das alles ganz klasse....weiter so
AntwortenLöschenDie 2D-Landschaft im Norden hat den Vorteil, dass man schon mittwochs sieht, wer Samstag zu Besuch kommt.:-)
AntwortenLöschenDer Bagel sieht aber klasse aus...der ist doch mit Lachs, gell?!
Die Hummersuppe mit den Scampis..das wäre auch was für mich.
Nun freue ich mich auf den nächsten Bericht.
Ganz liebe Grüße
Andreas
Gibts im Norden keine Telefone, dass man das vorhersehen muss? ;)
AntwortenLöschenWar Lachs mit Salat und ner ziemlich scharfen Soße. War aber schon zu viel Lachs. Ich will dann doch lieber ein Bagel mit Lachsbelag essen und nicht Lachs mit Bagelbelag...:)