Am Freitagmorgen riss mich mein Wecker mal wieder ziemlich früh aus den
Träumen. Frühstück war im Hostel mit gebucht und das gab es nur bis um 9:00
Uhr. Das hieß, raus aus den Federn, ab unter die Dusche und zum Frühstück,
bevor die abbauen.
Während ich noch im Halbschlaf auf meinem Brot rum kaute, fing ich an
zu überlegen, was ich an diesem Tag anstellen sollte. Für den frühen Abend
hatte ich noch eine Brauereitour gebucht, von der ich mir erhoffte, auch noch
etwas jüngere Leute kennen zu lernen und womöglich auch das Reykjavíker
Nachtleben auszutesten. Aber was tun bis dahin?
Leider war das Wetter auch nicht so prickelnd, dass es mich furchtbar
gereizt hätte, wieder länger zum Zentrum zu laufen. Außerdem war ich noch
ziemlich müde, unter anderem auch aufgrund der tollen Betten im Hostel. Also
was tun? Auf der Karte sah ich dann einen Hinweis für einen Zoo bzw. Tierpark
in der Nähe. Da ich ja Tiere gern hab, entschied ich mich also dorthin zu
gehen.
Leider irrte ich erst einmal herum, bis ich endlich einen Zugang zu dem
Zoo oder wohl eher Tierpark gefunden hatte. Meine Vermutung ist ja, dass das
nicht der Haupteingang war mit Kasse, da ich da erst auf dem Weg nach draußen
durch bin. : )
Es ging einen kurzen Weg hinunter, durch ein Tor und schon stand ich
vor einem Gehege mit Islandpferden. Soweit so gut, nur dass die auf einem
Kiesplatz standen ohne Futter und nur mit Wasser. Das fand ich dann schon etwas
trostlos. Zumal ein 5. Pferd auf einer Wiese daneben stand alleine.
Irgendwie kam mir das alles auch etwas suspekt vor, da niemand sonst zu
sehen war und ich fast das Gefühl bekam, dass der Park eigentlich geschlossen
war.
Als ich dann weiterging, landete ich in einem Stall in dem Schafe und
Ziegen untergebracht waren. Alle auf ziemlich engem Raum (später erzählte mir
jemand, dass die nur wenn das Wetter nicht schön ist, drinnen sind, sonst immer
draußen. Das heißt also, 8-9 Monate pro Jahr verbringen die Tiere im Stall,
weil das Wetter nicht schön ist?).
Eine Ziege hatte zwei ziemlich
süße Zicklein und eine zweite Ziege war wohl als nächstes dran. Die hat ständig
gemeckert und es kam auch ein Pfleger und hat sie dann separiert von den
anderen, damit sie ihre Ruhe hatte.
Im nächsten Stall warteten dann Schweine und Kühe auf mich. Ebenfalls
in recht knapp bemessenen Ställen (meiner Meinung nach). Allerdings machten sie
schon einen gepflegten Eindruck auf mich, sodass das wohl so ganz ok ist.
| Mama Schwein |
| Papa Schwein |
| Kinder Schwein |
| Papa Kuh |
| Mama Kuh |
| Kind Kuh |
Die Seehunde, die ich als nächstes antraf, lagen auf dem Trockenen. Deren
Pool wurde wohl theoretisch gerade gereinigt, zumindest lag da ein Schlauch.
Was mich am meisten schockierte jedoch waren dann die Aquarien, die ich
in einem Zelt vorfand. Sie waren ziemlich
verdreckt und die Fische sahen auch nicht mehr so gut aus. Einige sahen
schon sehr tot aus (waren sie vermutlich auch), andere sahen so aus, als wären
sie gerade am Sterben und würden demnächst ihren letzten Atemzug machen. Sie
bewegten sich eigentlich nicht mehr, lagen zum Teil übereinander (der untere
wahrscheinlich tot) und atmeten kaum noch. Das fand ich dann ziemlich übel. Als
ich dann am Ende meines Rundganges dann doch noch die Kasse fand bzw. den
Haupteingang, machte ich die Damen dahinter darauf aufmerksam, wie schlecht die
Fische aussahen. Anscheinend hatten die wohl irgendein Problem mit denen
gehabt, die waren wohl bis vor kurzem noch krank. Allerdings denke ich, dass
man dann mindestens das Zelt vor der Öffentlichkeit schließen könnte, bis es
den Fischen wieder besser geht oder zumindest bis alle dann tot sind und neue
Fische reingesetzt wurden. Ich habe auch Familien mit kleineren Kindern da
reingehen sehen. Da wundert man sich dann doch auch etwas über die Eltern, die
ihren Kindern so etwas dann vorführen und womöglich noch behaupten, was für
tolle Fische da rumschwimmen (oder auch nicht schwimmen…).
| Senkrechtstarter - leider kam er nicht weit |
| die letzten Atemzüge |
In dem Park gab es außerdem auch noch Rentiere, einen großen Vogel (vermutlich
Bussard oder so), zwei Polarfüchse in weiß und braun und jede Menge Geflügel
(Gänse, Hühner, Goggel).
Da meine Stimmung nach dreckigem Hostel (Badezimmer im Zimmer, aber die
warten, bis alle raus sind bis sie putzen, egal wie lang das dauert – in meinem
Zimmer wohl schon mind. 2 Wochen), sterbenden Fischen und nicht ganz
artgerechter Tierhaltung nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt war, es auch langsam
draußen ziemlich kalt war, ging ich zurück ins Hostel und richtete mich langsam
für die Brauereitour.
Auf dem Gutschein, den ich vom Hostel bekommen hatte, stand Abholzeit
halb sechs. Pünktlich um die Uhrzeit wartete ich dann auch auf den Bus. Und wartete…und
wartete… da am Vorabend der Bus auch etwas später kam, machte ich mir vorerst
keine Sorgen. Als nach 20 min jedoch immer noch niemand da war, fragte ich an
der Rezeption nach. Da stellte sich dann raus, dass Abholzeit nicht nur um fünf
war, sondern auch, dass der Busfahrer wohl sogar zweimal da war, aber niemand
auf die Idee kam, kurz mal zu meinem Zimmer zu kommen, um zu schauen, ob ich
nicht doch da bin. Toller Service.
Also warf ich meine ganzen Hoffnungen auf den Misthaufen meines
zukünftigen Arbeitsplatzes und stellte mich auf einen einsamen Abend, alleine
in meinem Hostelzimmer ein. Da ich leider nichts zum Essen da hatte, aber
trotzdem keine Lust hatte, weit zu laufen und es zudem auch noch regnete,
entschloss ich mich zu dem Restaurant nebenan zu gehen. Das war dann auch sogar
ziemlich gut. Immerhin ein guter Abschluss eines Naja-Tages.
| mmmmmmmhhhhhhh...war genau so ne Bombe wies aussieht! :) (Ich versteh schon, warum Leute Frust(fr)essen...) |
naja...hoffentlich halten deine Arbeitgeber die Tiere nicht auch so, wie der "Zoo".
AntwortenLöschenAber sag mal...wieso schreibst du am Mittwoch von Freitagmorgen...bist du unter die Science-Fiction Autoren gegangen? :-)
Weiterhin viel Spaß wünscht Andreas
Ich bin in Island, da ist alles möglich. ;) Trolle und Elfen, etc. gibts hier ja auch. :)
AntwortenLöschennun verstehe ich das. Das ist ja ein tolles Land :-)
AntwortenLöschenAndreas