Dieses Jahr ging es wohl recht flott insgesamt. In zwei Wochen
lammten mehr als die Hälfte der Schafe ab, sogar auch ziemlich gleichmäßig,
sodass ein steter Strom an neugeborenen Lämmern zu versorgen war.
In den letzten Tagen hat es jedoch merklich abgenommen. Man merkt,
dass der erste Zyklus vorbei ist. Nach dem heutigen Stand sind noch ungefähr
110 Mutterschafe übrig, was ziemlich gut ist, wenn man bedenkt, dass es
ursprünglich um die 550 Schafe waren. Man könnte schon fast sagen, dass es dem
Ende zugeht. Leider wäre das zu früh gefreut. Diese 110 Schafe machen nämlich
den Eindruck, als wenn sie alle Zeit der Welt hätten und noch ziemlich feste
ihre Backen zudrücken. Sie können uns ja keinen Gefallen tun... Theoretisch
könnten einige bis Ende Mai noch abwarten bis sie fällig sind. Was wir
natürlich nicht hoffen, da man auch noch bei einem Fünftel der ursprünglichen
Menge praktisch dauerhaft im Stall anwesend sein muss.
Es könnte ja ein Lamm mal wieder nur den Kopf herausstrecken oder
mit den Hinterbeinen strampeln.
Inzwischen hatte ich auch das Vergnügen an fünf Nächten Wache zu
halten. Das bedeutet abends schön brav um neun schlafen (hat leider selten
geklappt), halb zwei wieder aufstehen, im Halbschlaf anziehen, Zähne putzen,
was Essbares runterdrücken und ab in Stall. In der ersten Nacht konnte man um
die Uhrzeit sogar schon einen rosa-orangen Streifen in Richtung Talanfang
sehen, wo die Sonne wohl schon langsam aufging, darüber ein sternenklarer
tiefblauer Himmel.
Kurze Übergabe und dann die müde
Eva ins Bett schicken.
Zeit für die erste Check-Runde, ein paar Mal fast über die Grinds
fallen beim Drübersteigen und einerseits hoffen, dass man keine Blase entdeckt,
damit man sich im Heu ausbreiten kann (für die nächsten 10 min.), andererseits
hoffen, dass man doch eine entdeckt, damit man was zu tun hat. Die Schafe
versorgen, die anfangen zu lammen und regelmäßig checken, ob alles in Ordnung
ist. Nebenher noch verschiedene Problemkinder füttern oder aus den Rillen des
Stallbodens befreien. Damit ist dann manchmal die Nacht ziemlich gut
ausgefüllt.
Das bis morgens um acht. Da wird man dann sogar einigermaßen fit.
Im gemütlichen Tempo dann am besten schon anfangen die Wassereimer einzusammeln
und aufzufüllen, das alte Heu herauskehren und schonmal eimerweise Korn
verteilen. Bis dahin ist dann auch die Ablöse da, die sich dann schon über das
Vorbereitete freut und sich an die Fortsetzung macht. Die Tagesschicht beginnt,
für die Nachtschicht heißt es hier, ab in die Federn.
Tagsüber werden dann weiterhin
die Problemfälle versorgt, den neuen Lämmchen Tabletten gegen Durchfall gegeben
und Jod auf den Nabel getropft. Zudem werden
mehrere Tage alte Lämmer markiert und teilweise auch schon in kleinere Gruppen
zusammengesetzt. Die Abteile, die frei werden, müssen dann vom groben Dreck
gereinigt werden. Das ist wirklich eine Scheißarbeit, im wahrsten Sinne des
Wortes. Aber es hilft, um größere Ausbreitung von Durchfall zu vermeiden.
Zudem werden den Jährlingen ihre zweiten Lämmer weggenommen und älteren Schafen mit nur einem Lamm oder verstorbenem Lamm untergeschoben, damit sich die Jungen ganz auf ihr eines Lamm konzentrieren können. Auch wenn Drillinge geboren werden, wird versucht, eines der Lämmer bei anderen unterzubringen, schon allein aus dem Grund, da die Mutter kaum genug Milch für drei produzieren könnte.
Seit dem Wochenende wurden auch schon
die ersten Mütter mit Anhang ganz auf die Wiese gesetzt. Inzwischen laufen
überall Schafe mit Lämmchen im Schlepptau herum. Selbst direkt ums Haus herum,
unter anderem auch an meinem Schlafzimmerfenster vorbei.
Abends wird dann noch einmal gefüttert.
Bei dem ganzen wird man extrem dreckig, die Kleidung stinkt eh nur noch und man möchte am liebsten jeden Abend seine Klamotten in die Tonne schmeißen. Den Stallgeruch nimmt man überall mit hin. Die Finger werden nach dem häufigen (erfolglosen) Waschen immer trockener und werden in der freien Zeit mit Handcreme zugekleistert nur um 10 min später wieder voll mit Dreck zu sein. Was für ein Urlaub! :D
| So werden die etwas größeren Lämmer gefüttert, die den Saugreflex schon entwickelten. |
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| Der Lieblings-Schlafplatz der Lämmer - der Mutterrücken! :) |
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| So schlafen Schafe! |
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| Das ist der vordere Bereich des Stalls, in den schon etwas ältere Lämmer gebracht werden, um Platz für die Jüngeren zu schaffen. |
| Im Heu ist es halt doch am Bequemsten! |
| So läuft die Nachtschicht - zumindest bei Julia! :) |
| Ein schokobraunes gaaaaaanz weiches Lämmchen! (Normalgröße) |
...bei strahlendem Sonnenschein!
Und weils einfach so schön hier ist! :) (Hier folgen einige Landschaftsimpressionen, wen das nicht interessiert, es folgt kein Geschreibsel mehr, ihr könnt auf das X rechts oben klicken. :))
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